25.06.2012 Nackte baden in Bochum-Stiepel - Anwohner sauer

Beitragvon Andy » Mi 11. Jul 2012, 20:35

Bild: http://www.derwesten.de/img/incoming/crop6802693/055850733-cImg0273_543-w656-h240/FKK-in-Bochum-1-656x240.jpg
An den Gräfin-Imma-Teichen in Bochum Stiepel wird nackt gebadet. Allerdings waren die FKK-Freunde sehr unkooperativ und wollten sich nicht fotografieren lassen...
Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool


Bochum. An den Teichen zwischen Gräfin-Imma- und Brüggeneystraße hat sich seit Jahren ein Treffpunkt für Freunde der Freikörperkultur (FKK) etabliert. Einige Bürger stoßen sich an dieser nackten Tatsache.

In Stiepel ist die Welt noch in Ordnung. Sonntags läuten die Glocken im Zisterzienserkloster und der alten Dorfkirche, nach der Messe gehen die Kirchgänger durch grüne Auen und kleine Haine spazieren – der ganze Stadtteil schlummert friedlich vor sich hin. Der ganze Stadtteil? Einige Andersdenkende scheinen sich dieser Idylle zu widersetzen. Direkt an den Teichen zwischen Gräfin-Imma- und Brüggeneystraße hat sich seit Jahren ein Treffpunkt für Freunde der Freikörperkultur (FKK) etabliert.

„Da liegen nackte Menschen“, bringt es WAZ-Leserin Brigitte Benel auf den Punkt. Regelmäßig geht die ältere Bochumerin in der Umgebung spazieren. Aber so etwas sei ihr noch nie passiert. Nicht nur, dass da Unbekleidete im hohen Gras am Teich liegen. Einer sei sogar wie Gott ihn geschaffen hat auf die Brüggeneystraße getreten, „obwohl es da gar nichts zu gucken gab“, berichtet Brigitte Benel. Und das Wetter sei auch noch gar kein Badewetter gewesen. Sie habe einfach nicht hingeschaut, „aber es hat mich schon sehr gestört“, stellt sie klar. Ihre Befürchtung: „Wenn da mal Kinder lang gehen und die Nackten sehen... das will doch keiner.“ Besonders ironisch, findet Benel: „Da gibt es ein Schild von der Stadt, wo drauf steht, was man alles darf und was nicht. Aber übers Nacktbaden steht da nichts“. In Zukunft will die Bochumerin die Teiche des Anstoßes meiden.

Inoffizieller FKK-Treffpunkt

Auch die Stadt hat den inoffiziellen FKK-Treffpunkt zur Kenntnis genommen. „Eine offizielle Genehmigung für das Nacktbaden an den Teichen gibt es nicht“, erklärt der Pressesprecher der Stadt Bochum, Thomas Sprenger, „das wäre verwaltungstechnisch auch sehr aufwendig.“ Allerdings habe es in den vergangenen Jahren nur eine Beschwerde gegeben, der dann auch sofort nachgegangen wurde.

„Reines Nacktsein ohne exhibitionistische Tendenz in diesem relativ geschützten Bereich stellt keine grob ungehörige Handlung dar“, meint er. Strafrechtlich wird öffentliche Nacktheit in Deutschland nicht geahndet, allerdings kann der oder die Nackte wegen Belästigung der Allgemeinheit (eine Ordnungswidrigkeit) mit einem Bußgeld belegt werden.

Die nackten Tatsachen: Wenn man auf der Gräfin-Imma-Straße fährt, fällt einem nichts Nacktes ins Auge. Schlägt man sich dagegen in die Büsche und watet durchs brusthohe Gras, stolpert man bei gutem Wetter über den ein oder anderen FKK-Jünger. Einige lassen sich in Rudeln die Sonne auf den blanken Bauch scheinen, andere ziehen einsam ihre Bahnen im grünlichen Wasser des Teichs. Ruhig und unauffällig genießen die Stiepeler Nudisten ihre Freiheit. Auch wenn sich für die WAZ keiner äußern wollte, waren die meisten doch höflich und auskunftsfreudig. Belästigen wolle man keinen, erklärte einer der Hüllenlosen. Versteckt im hohen Gras scheint es eher so, als würden die Naturalisten einer Belästigung aus dem Weg gehen wollen.

Bleibt noch Brigitte Benels Angst um die Kinder. Allerdings sieht man bei schönem Wetter auch einige Mönche aus dem nahe gelegenen Kloster ohne erkennbare Angst um ihr Seelenheil an den Teichen spazieren gehen, natürlich vollständig bekleidet.

Lutz Tomala

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